Zeitlose Klassiker: die besten klassischen Brettspiele
Welche Klassiker heute noch tragen, welche nur aus Gewohnheit im Schrank stehen.
Evils-Toy-Redaktion
Klassiker stehen in fast jedem Haushalt, werden aber selten daraufhin geprüft, ob sie noch gut sind. Manche halten jedem Vergleich stand. Andere sind vor allem deshalb präsent, weil sie schon da waren. Dieser Überblick sortiert beides.
Backgammon: hält uneingeschränkt
Backgammon ist mit rund fünftausend Jahren das älteste noch verbreitete Brettspiel und mechanisch bis heute erstaunlich modern. Es verbindet Würfelglück mit echter Entscheidung, und der Verdopplungswürfel fügt eine Wettebene hinzu, die viele moderne Spiele nicht bieten. Eine Partie dauert zwanzig Minuten. Für zwei Personen bleibt es eine der besten Empfehlungen überhaupt.
Schach und Dame: halten, aber mit Vorbehalt
Beide haben keinen Zufall und keine verborgene Information. Wer besser spielt, gewinnt. Für ein Duell auf Augenhöhe ist das ideal, für gemischte Runden ungeeignet, weil ein Erfahrungsunterschied nicht auszugleichen ist. Mehr dazu im Bereich Schach.
Mensch ärgere dich nicht: nur für kleine Kinder
Das Spiel hat keine Entscheidungen. Man würfelt und zieht, wo es geht. Für Kinder ab vier Jahren ist genau das richtig, weil sie sich auf Zahlen und Regeln konzentrieren können. Für alle darüber ist es Zeitvertreib ohne Substanz. Der naheliegende Nachfolger ist Kingdomino oder Zug um Zug, siehe Einsteigerspiele.
Monopoly: hält nicht
Lange Spieldauer, frühes Ausscheiden, und die Entscheidung fällt oft im ersten Drittel. Die Vorlage war ursprünglich als Kritik an Bodenspekulation gedacht und funktioniert als solche bis heute, nur eben nicht als Unterhaltung. Wer den Reiz von Handel und Besitz mag, findet in Catan und Power Grid deutlich Besseres, siehe Wirtschaftssimulationen.
Scrabble: hält
Scrabble bleibt das anspruchsvollste Wortspiel im Klassikerregal. Es belohnt Wortschatz und Flächennutzung gleichermaßen. Schwäche ist die Wartezeit bei vier Personen. Mit zwei Personen ist es am stärksten.
Skat, Rommé, Canasta, Doppelkopf: halten
Kartenspiele mit festem Blatt sind das effizienteste Format überhaupt: ein Kartenspiel für wenige Euro, hunderte Stunden Spielzeit. Skat und Doppelkopf verlangen eine feste Personenzahl, Rommé und Canasta sind flexibler. Der Nachteil ist die Einstiegshürde, weil man sie kaum aus einer Anleitung lernt, sondern von Mitspielern.
UNO: hält bedingt
UNO funktioniert mit Kindern und in großen Runden, hat aber eine bekannte Schwäche: Aktionskarten können eine Partie beliebig verlängern. Wer das mag, spielt es gern. Wer ein definiertes Ende will, greift zu Kartenspielen mit festem Rundenlimit.
Catan: hält, und gehört inzwischen dazu
Die Siedler von Catan ist von 1995 und damit jünger als die anderen Klassiker, hat aber denselben Status erreicht. Der Handel zwischen den Spielern trägt bis heute. Die Schwäche bleibt die Würfelabhängigkeit.
Auf einen Blick
| Spiel | Urteil | Naheliegender Nachfolger |
|---|---|---|
| Backgammon | hält uneingeschränkt | Hive, Patchwork |
| Schach | hält für Duelle | Hive |
| Scrabble | hält | Just One, Codenames |
| Skat und Rommé | halten | Scout, Jaipur |
| Catan | hält | Zug um Zug |
| UNO | bedingt | Lama, Scout |
| Mensch ärgere dich nicht | nur für Kleinkinder | Kingdomino |
| Monopoly | hält nicht | Power Grid |
Warum Klassiker trotzdem wichtig sind
Sie brauchen keine Erklärung. In Runden, in denen jemand seit zwanzig Jahren nichts gespielt hat, ist ein bekanntes Spiel mehr wert als ein besseres unbekanntes. Der Trick liegt darin, den Klassiker als Einstieg zu nutzen und danach einen Nachfolger auf den Tisch zu legen.