Brettspiele für große Gruppen: Spiele ab sechs Personen
Ab sechs Personen entscheidet nicht das Thema, sondern die Wartezeit zwischen zwei Zügen.
Evils-Toy-Redaktion
Das Problem großer Runden ist selten die Spielerzahl auf der Schachtel, sondern die Zeit zwischen zwei eigenen Zügen. Bei acht Personen und zwei Minuten Bedenkzeit wartet man vierzehn Minuten. Nach der zweiten Runde greifen die ersten zum Handy.
Die einzige Regel, die wirklich zählt
Spiele für große Gruppen müssen die Wartezeit auflösen. Dafür gibt es drei Wege:
- Alle spielen gleichzeitig. Niemand wartet, weil jeder in derselben Sekunde entscheidet.
- Man spielt in Teams. Auch wer nicht am Zug ist, ist beteiligt.
- Die Züge sind sehr kurz. Unter zehn Sekunden fällt Wartezeit nicht auf.
Alles andere skaliert schlecht, egal was auf der Packung steht.
Gleichzeitig spielen
7 Wonders ist das Standardbeispiel: Alle wählen zeitgleich eine Karte aus ihrer Hand und geben den Rest weiter. Ob drei oder sieben Personen mitspielen, ändert die Spieldauer kaum. Es bleibt bei ungefähr 45 Minuten.
Just One funktioniert nach demselben Prinzip: Alle schreiben gleichzeitig ihren Hinweis auf.
In Teams spielen
Codenames teilt die Runde in zwei Mannschaften. Auch wer gerade nicht rät, denkt mit und diskutiert. Das Spiel verträgt zwölf Personen ohne Probleme und wird mit mehr Leuten eher besser, weil die Diskussionen lustiger werden.
So Kleever und Quizformate wie das Kneipenquiz arbeiten ebenfalls in Teams und lassen sich auf beliebig große Runden strecken.
Kurze Züge
Werwölfe von Düsterwald hat sehr kurze Einzelaktionen und lange gemeinsame Diskussionsphasen, funktioniert also ab acht Personen gut. Der bekannte Nachteil ist das Ausscheiden: Wer früh stirbt, wartet. Wer das Spiel mit einer Gruppe spielt, die nicht gern zuschaut, sollte eine Variante mit Rollen für Ausgeschiedene wählen.
Kooperativ mit vielen Leuten
Kooperative Spiele skalieren nach oben meist schlecht, weil alle über jeden Zug mitreden. Ab fünf Personen kippt das ins Zähe. Wenn es kooperativ sein soll, funktionieren Echtzeit-Titel besser, weil schlicht keine Zeit zum Diskutieren bleibt. Der Hintergrund dazu steht bei den kooperativen Brettspielen.
Was nicht funktioniert
Klassische Aufbauspiele mit hoher Spielerzahl auf der Schachtel. Ein Strategiespiel, das mit vier Personen 90 Minuten dauert, dauert mit sechs Personen nicht 100, sondern eher 150 Minuten, und die Hälfte davon ist Warten. Solche Titel gehören in die kleine Runde, siehe Strategiespiele für Erwachsene.
Kurzübersicht
| Spiel | Personen | Prinzip | Dauer |
|---|---|---|---|
| Codenames | 4-12+ | Teams | 20 Min. |
| Just One | 3-7 | gleichzeitig | 20 Min. |
| 7 Wonders | 3-7 | gleichzeitig | 45 Min. |
| So Kleever | 4-12 | Teams | 25 Min. |
| Werwölfe | 8-18 | kurze Züge | 30-60 Min. |
| Kneipenquiz | beliebig | Teams | offen |
Praktisches
Ab acht Personen wird der Tisch zum Engpass, bevor es das Spiel wird. Kartenspiele mit kleiner Auslage schlagen große Spielbretter, und Titel ohne Sichtschutz sparen Platz. Wer keinen passenden Tisch hat, findet in der Übersicht zu Partyspielen Alternativen, die im Stehen funktionieren.