Sprachspiele: Wortschatz und Sprachfähigkeiten fördern
Spiele für die Sprachförderung ab vier Jahren bis Erwachsene, sortiert nach Förderbereich.
Evils-Toy-Redaktion
Sprachspiele funktionieren, weil sie einen Umweg nehmen. Wer aufgefordert wird, einen Satz zu bilden, tut es widerwillig. Wer einen Begriff so beschreiben muss, dass das eigene Team ihn errät, sucht von selbst nach dem treffendsten Wort. Der Lerneffekt entsteht nebenbei, nicht durch die Aufgabe.
Nach Förderbereich sortiert
Sprachförderung ist kein einheitliches Ziel. Es lohnt, vorher zu klären, worum es geht:
- Wortschatz. Neue Begriffe kennenlernen und abrufen können.
- Grammatik und Satzbau. Sätze bilden, Fälle und Zeiten nutzen.
- Sprachverständnis. Zuhören, Anweisungen erfassen, Bedeutungen unterscheiden.
- Aussprache und Lautbildung. Einzelne Laute üben, Silben trennen.
Ein Spiel deckt selten mehr als zwei davon ab.
Ab etwa vier Jahren: Kita
In diesem Alter geht es um Benennen und Zuhören, nicht um Schreiben. Spiele müssen ohne Schrift auskommen.
Tempo, kleine Schnecke! und ähnliche Farbwürfelspiele fördern Farbwörter und einfache Handlungsbeschreibungen, wenn Erwachsene begleitend fragen.
Bildkarten-Memorys funktionieren zuverlässig: Jedes aufgedeckte Paar wird benannt. Der Effekt hängt daran, dass tatsächlich gesprochen wird und nicht nur gezeigt.
Ratz Fatz arbeitet mit gesprochenen Anweisungen und Bildmaterial und zielt direkt auf Sprachverständnis.
Für Sprachförderung in der Kita gilt: Kleine Gruppen von drei bis vier Kindern funktionieren besser als große, weil jedes Kind häufiger drankommt. Redezeit ist der entscheidende Faktor, nicht das Spiel.
Ab etwa sechs Jahren: Grundschule
Jetzt kommt Schrift dazu, aber sie sollte nicht Voraussetzung sein.
Scrabble Junior führt an das Legen von Wörtern heran, zunächst über vorgegebene Felder.
Stadt Land Fluss ist der Klassiker und kostet nichts außer Papier. Es lässt sich beliebig an das Niveau anpassen, indem man Kategorien austauscht.
Dixit verlangt, ein surreales Bild in Worte zu fassen, die weder zu genau noch zu vage sein dürfen. Das trainiert genau die Fähigkeit, die beim Erzählen zählt, und funktioniert ohne Lesen.
Just One ist ab etwa acht Jahren die stärkste Empfehlung dieser Liste. Alle schreiben ein einzelnes Hinweiswort, doppelte Hinweise werden gestrichen. Kinder suchen dadurch aktiv nach ungewöhnlichen Wörtern statt nach dem naheliegenden.
Für Jugendliche und Erwachsene
Codenames arbeitet mit Oberbegriffen und Assoziationen. Ein Hinweisgeber darf nur ein Wort und eine Zahl sagen, was zu erstaunlich präzisen Wortentscheidungen zwingt.
So Kleever verlangt Oberbegriffe für Wortpaare und funktioniert in größeren Runden.
Tabu ist der Klassiker für Umschreibungen unter Zeitdruck und eignet sich gut für den Sprachunterricht, weil man verbotene Wörter selbst festlegen kann.
Scrabble bleibt für Erwachsene das Wortschatzspiel mit dem größten Anspruch.
Kurzübersicht
| Alter | Spiel | Förderbereich |
|---|---|---|
| ab 4 | Ratz Fatz | Sprachverständnis |
| ab 4 | Bildkarten-Memory | Wortschatz |
| ab 6 | Dixit | Formulieren, Erzählen |
| ab 6 | Stadt Land Fluss | Wortschatz, Kategorien |
| ab 6 | Scrabble Junior | Schriftbild |
| ab 8 | Just One | Wortschatz, Präzision |
| ab 10 | Codenames | Oberbegriffe, Assoziation |
| ab 12 | Tabu | Umschreiben unter Druck |
| ab 12 | Scrabble | Wortschatz, Rechtschreibung |
Für mehrsprachige Gruppen
Spiele mit Bildmaterial statt Text sind hier klar im Vorteil, weil sie niemanden ausschließen. Dixit funktioniert in gemischtsprachigen Runden besonders gut, weil ein einzelnes Wort oder ein kurzer Satz reicht. Bei Just One und Codenames lohnt es, vorab zu klären, ob Eigennamen und Wörter aus anderen Sprachen erlaubt sind.
Weitere Titel mit Lerncharakter stehen in der Übersicht zu den Lernspielen für Kinder.