Die besten Kartenspiele als Brettspiele
Spiele, die fast nur aus Karten bestehen und trotzdem so viel Substanz haben wie ein großes Brettspiel.
Evils-Toy-Redaktion
Die Grenze zwischen Kartenspiel und Brettspiel ist längst durchlässig. Viele der interessantesten Titel der letzten Jahre bestehen im Kern aus einem Kartenstapel und ein paar Markern. Der praktische Vorteil liegt auf der Hand: wenig Platzbedarf, kurzer Aufbau, oft ein niedrigerer Preis.
Klein und schnell
Scout ist das kompakteste Spiel dieser Liste. Man legt Kartenfolgen aus, darf die eigene Handreihenfolge aber nicht ändern, sondern nur Karten von anderen einschieben. Aus dieser einen Einschränkung entsteht ein überraschend taktisches Spiel für zwanzig Minuten.
So Kleever funktioniert in größeren Runden und arbeitet mit Begriffspaaren, zu denen man Oberbegriffe finden muss.
Inside Job ist ein kompaktes Deduktionsspiel für kleine Runden.
Landschaften legen
Dorfromantik überträgt das digitale Vorbild auf den Tisch: Man legt Plättchen so aneinander, dass Wege, Gleise und Felder zusammenpassen, und erfüllt dabei Aufträge. Es ist kooperativ und arbeitet mit einem Kampagnensystem, bei dem man nach und nach neue Elemente freischaltet.
Cascadia kombiniert Plättchen und Tierkarten. Man baut eine Landschaft und punktet über Muster, die sich von Partie zu Partie ändern. Es ist eines der zugänglichsten Spiele mit echter Tiefe und funktioniert von einer bis vier Personen.
Mittelschwer
Die verlorenen Ruinen von Arnak mischt Deck-Building mit Arbeitereinsatz: Man erkundet eine Insel, hebt Artefakte und verbessert nebenbei sein Kartendeck. Der Reiz liegt darin, dass zwei sonst getrennte Systeme ineinandergreifen.
Paleo ist kooperativ und steinzeitlich: Alle spielen gleichzeitig an eigenen Kartenstapeln und müssen Ressourcen zusammenlegen, um Aufgaben zu lösen. Man verliert oft, und das gehört dazu.
MicroMacro: Crime City ist streng genommen kein Kartenspiel, sondern ein Wimmelplan mit Fallkarten, wird aber meist in derselben Kategorie geführt.
Groß
Arche Nova ist der Schwergewichtler: Man baut einen Zoo, koordiniert Artenschutzprojekte und verwaltet einen Kartensatz mit über zweihundert Tieren. Eine Partie dauert leicht über zwei Stunden, der Wiederspielwert ist entsprechend hoch.
Dune: Imperium verbindet Deck-Building mit Arbeitereinsatz und Konflikten. Es ist eines der wenigen Spiele, bei denen der Solo-Modus als vollwertig gilt. Mehr zu dieser Bauweise steht bei den Deck-Building-Spielen.
Kurzübersicht
| Spiel | Personen | Dauer | Gewicht |
|---|---|---|---|
| Scout | 2-5 | 20 Min. | leicht |
| Cascadia | 1-4 | 40 Min. | leicht |
| Dorfromantik | 1-6 | 40 Min. | leicht |
| Paleo | 1-4 | 60 Min. | mittel |
| Arnak | 1-4 | 90 Min. | mittel |
| Dune: Imperium | 1-4 | 90 Min. | mittel bis schwer |
| Arche Nova | 1-4 | 150 Min. | schwer |
Was man beim Kauf beachten sollte
Kartenspiele leiden schneller als Brettspiele, weil man alle Karten in die Hand nimmt. Bei Titeln, die oft gespielt werden, lohnen Schutzhüllen, allerdings passt das Spiel danach oft nicht mehr in die Originalschachtel. Bei klassischen Blattspielen wie Skat oder Rommé ist das kein Thema, dazu mehr in der Übersicht zu den zeitlosen Klassikern.