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Kartenspiele

Deck-Building-Spiele: das eigene Kartendeck aufbauen

Alle starten mit demselben schwachen Deck. Was daraus wird, ist die eigentliche Aufgabe.

Evils-Toy-Redaktion

Deck-Building ist eine der wenigen Spielmechaniken, die man einem Datum zuordnen kann. Dominion hat sie 2008 populär gemacht und dafür das Spiel des Jahres bekommen. Das Prinzip: Alle starten mit demselben schwachen Kartendeck, kaufen im Spielverlauf bessere Karten dazu und mischen sie ein. Das Deck ist damit nicht Voraussetzung, sondern Ergebnis des Spiels.

Der Punkt, den Einsteiger übersehen

Die wichtigste Erkenntnis kommt bei den meisten Leuten erst nach ein paar Partien: Ausmisten schlägt Kaufen. Wer nur teure Karten dazukauft, verwässert sein Deck, weil er die guten Karten seltener zieht. Ein kleines Deck mit sechs starken Karten ist besser als ein großes mit sechs starken und zwanzig mittelmäßigen.

Deshalb sind Karten, die andere Karten dauerhaft entfernen, in fast allen Deck-Buildern unterschätzt.

Der Ausgangspunkt

Dominion selbst ist bis heute die klarste Umsetzung. Es gibt kein Spielbrett, kein Thema, das trägt, nur einen Markt aus zehn Kartenstapeln, der sich von Partie zu Partie ändert. Genau diese Auswechselbarkeit ist der Grund für den hohen Wiederspielwert. Wer wissen will, ob ihm Deck-Building überhaupt liegt, testet es hier am günstigsten.

Kompakte Vertreter

Star Realms ist ein Weltraum-Duell in Kartenformat für zwei Personen. Man baut sein Deck auf und reduziert gleichzeitig die Lebenspunkte des Gegenübers. Eine Partie dauert zwanzig Minuten, das Spiel passt in eine Jackentasche.

Smash Up kombiniert je zwei Fraktionen miteinander, etwa Piraten und Dinosaurier. Es ist weniger streng als Dominion und lebt von absurden Kombinationen.

Wenn Deck-Building nur ein Teil ist

Die interessantere Entwicklung der letzten Jahre ist, dass Deck-Building zur Zutat wurde statt zum ganzen Spiel.

Die verlorenen Ruinen von Arnak verbindet es mit Arbeitereinsatz auf einer Insel. Dune: Imperium macht dasselbe mit Konflikten und Fraktionsleisten. Orléans ersetzt Karten durch Plättchen, die man aus einem Beutel zieht, was das Prinzip nochmal anders anfühlen lässt.

Blackout: Hong Kong und Core Worlds gehören ebenfalls in diese Gruppe, ersteres mit Stadtthema, letzteres im Weltraum.

Die Schwergewichte

Mage Knight nutzt ein Kartendeck zur Steuerung einer einzelnen Figur, die eine Landkarte erobert. Es gilt als eines der besten Solospiele überhaupt und ist entsprechend anspruchsvoll.

Spirit Island ist kein klassischer Deck-Builder, arbeitet aber mit einem wachsenden Kartensatz pro Geist und wird deshalb häufig hier eingeordnet. Mehr dazu bei den kooperativen Brettspielen.

Was Magic: The Gathering davon unterscheidet

Magic: The Gathering wird oft in einem Atemzug genannt, funktioniert aber umgekehrt. Dort baut man sein Deck vor der Partie aus einer Sammlung, die man kauft. Das ist ein Sammelkartenspiel, kein Deck-Builder. Der Unterschied ist finanziell erheblich: Bei Dominion kostet die Schachtel einmal Geld, bei Magic ist die Sammlung ein laufender Posten.

Kurzübersicht

SpielPersonenDauerDeck-Building ist
Dominion2-430 Min.das ganze Spiel
Star Realms220 Min.das ganze Spiel
Smash Up2-445 Min.das ganze Spiel
Orléans2-490 Min.mit Beutelzug
Arnak1-490 Min.eine von zwei Säulen
Dune: Imperium1-490 Min.eine von drei Säulen
Mage Knight1-4150 Min.Steuerung einer Figur

Wer die Gattung mag, aber weniger Aufwand möchte, findet in der Übersicht zu Kartenspielen leichtere Titel mit ähnlichem Reiz.