Miniaturenspiele: die besten Brettspiele mit Figuren
Figuren sehen gut aus und kosten Platz, Zeit und Geld. Wann sich das lohnt und wann nicht.
Evils-Toy-Redaktion
Miniaturen sind das sichtbarste Verkaufsargument im Brettspielregal und zugleich das teuerste. Eine Schachtel mit siebzig Figuren kostet deutlich mehr als dieselbe mit Pappaufstellern, und sie braucht mehr Platz. Ob sich das lohnt, hängt daran, ob die Figuren im Spiel eine Funktion haben oder nur gut aussehen.
Wann Figuren tatsächlich etwas beitragen
- Wenn Position und Reichweite zählen. Auf einem Raster mit Sichtlinien hilft eine dreidimensionale Figur beim Einschätzen.
- Wenn viele Einheitentypen unterschieden werden müssen. Formen erkennt man schneller als Symbole auf Pappmarkern.
- Wenn die Figur den Spielzustand zeigt, etwa durch Marker am Sockel.
Bei allem anderen sind sie Dekoration. Das ist legitim, sollte aber bewusst bezahlt werden.
Zum Einstieg
Zombicide ist der klassische Einstieg: Man kämpft kooperativ gegen Zombiehorden, die Regeln sind für die Materialmenge erstaunlich schlank, und eine Partie dauert etwa eine Stunde. Es gibt zahlreiche Ableger in unterschiedlichen Settings.
Arcadia Quest geht in eine ähnliche Richtung, ist aber kompetitiv und deutlich bunter. Für Familien mit älteren Kindern ist es die zugänglichere Wahl.
Kampagnen
Gloomhaven ist der Referenztitel: dutzende Szenarien, Charakterentwicklung, ein außergewöhnlich schweres Paket. Wer den Umfang scheut, findet in Die Pranken des Löwen eine kompakte Einstiegsversion.
Descent: Journeys in the Dark hat in älteren Auflagen einen Spielleiter gegen die Gruppe, in neueren übernimmt eine App diese Rolle.
Star Wars: Imperial Assault kombiniert Kampagne und Duell-Modus und profitiert stark von der bekannten Vorlage.
Mansions of Madness setzt vollständig auf App-Steuerung und erzählt Horrorszenarien, bei denen niemand den Spielleiter machen muss.
Für erfahrene Runden
Blood Rage und Rising Sun nutzen Miniaturen in einem eher eurogame-artigen Rahmen: Gebietskontrolle, Kartendraft, Verhandlungen.
Warhammer Quest: Blackstone Fortress ist ein kooperatives Dungeon-Spiel im Warhammer-40.000-Universum.
Kingdom Death: Monster ist der Extremfall dieser Kategorie: sehr teuer, sehr lange Kampagne, sehr detaillierte Figuren, und thematisch ausdrücklich nicht für jüngere Mitspieler geeignet.
Zum Bemalen
Die Figuren kommen unbemalt und einfarbig. Wer sie bemalen möchte, sollte den Aufwand realistisch einschätzen: Grundierung, Pinsel und Farben kosten zusätzlich, und ein Satz von siebzig Figuren beschäftigt auch geübte Leute über Wochen. Das ist ein eigenes Hobby, kein Nebenprodukt des Spielens.
Wer nur eine bessere Optik will, kommt mit einer einfachen Grundierung und einem dunklen Washing schon sehr weit.
Kurzübersicht
| Spiel | Personen | Dauer | Charakter |
|---|---|---|---|
| Zombicide | 1-6 | 60 Min. | kooperativ, Einstieg |
| Arcadia Quest | 2-4 | 60 Min. | kompetitiv, bunt |
| Pranken des Löwen | 1-4 | 60 Min. | Kampagne, kompakt |
| Imperial Assault | 2-5 | 90 Min. | Kampagne mit Lizenz |
| Mansions of Madness | 1-5 | 120 Min. | App-gesteuert |
| Gloomhaven | 1-4 | Kampagne | sehr umfangreich |
Die günstigere Alternative
Viele dieser Spiele gibt es in Ausgaben mit Pappaufstellern, und einige Verlage bieten sie ausdrücklich als preiswertere Variante an. Mechanisch ändert sich nichts. Wer unsicher ist, ob eine Kampagne zur eigenen Runde passt, sollte damit anfangen. Weitere Titel ohne Materialschlacht stehen bei den Fantasy-Brettspielen.