Hoverboard: worauf es beim Kauf wirklich ankommt
Bevor die Frage nach dem Modell kommt, sollten zwei andere geklärt sein: Akkusicherheit und wo man überhaupt fahren darf.
Evils-Toy-Redaktion
Ein Hoverboard ist ein selbstbalancierendes Board mit zwei Rädern und ohne Lenkstange. Sensoren messen die Neigung der Trittflächen, zwei Elektromotoren gleichen aus. Wer sich nach vorn lehnt, fährt vorwärts. Die Technik dahinter ist unspektakulär, die beiden wichtigen Fragen liegen woanders.
Zuerst: Wo darf man damit fahren?
In Deutschland gehören Hoverboards nach heutiger Rechtslage nicht auf öffentliche Straßen, Radwege oder Gehwege. Sie fallen nicht unter die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung, weil diese eine Lenk- oder Haltestange voraussetzt. Ohne Betriebserlaubnis und ohne Versicherungskennzeichen ist die Nutzung im öffentlichen Verkehrsraum nicht zulässig.
Erlaubt bleibt die Nutzung auf privatem Gelände. Das ist kein Detail am Rande, sondern die entscheidende Frage vor dem Kauf: Wer keinen Hof, keine Halle und keine private Fläche hat, kauft ein Gerät, das er kaum legal nutzen kann.
Die Rechtslage kann sich ändern. Vor dem Kauf lohnt ein aktueller Blick, weil das Thema seit Jahren diskutiert wird.
Dann: der Akku
Hoverboards fahren mit Lithium-Ionen-Akkus, und genau die haben dem Produkt seinen schlechten Ruf eingebracht. Nach mehreren Bränden mit Billiggeräten wurden weltweit Rückrufe ausgesprochen. Worauf man achten sollte:
- Prüfzeichen für den Akku. UN 38.3 ist der Transportprüfstandard für Lithiumzellen und sollte dokumentiert sein.
- CE-Kennzeichnung mit nachvollziehbarem Hersteller. Ein CE-Zeichen allein sagt wenig, wenn kein greifbarer Inverkehrbringer in der EU dahintersteht.
- Original-Ladegerät verwenden. Fremdladegeräte mit falscher Abschaltspannung sind eine der häufigsten Brandursachen.
- Nicht unbeaufsichtigt und nicht nachts laden. Nicht im Fluchtweg, nicht auf brennbarem Untergrund.
- Keine beschädigten Geräte laden. Nach einem harten Sturz oder bei verformtem Gehäuse gehört das Gerät nicht mehr ans Netz.
Technische Merkmale, die etwas bedeuten
| Merkmal | Was es heißt |
|---|---|
| Radgröße 6,5 Zoll | für glatte Innenflächen, kleine Unebenheiten stören |
| Radgröße 8,5 bis 10 Zoll | verträgt Kopfsteinpflaster und Schotter besser |
| Motorleistung 2 x 250 W | Standard, reicht für ebene Strecken |
| Reichweite 10 bis 15 km | Herstellerangabe, real deutlich weniger bei Kälte und Steigung |
| Maximallast | ernst nehmen, darunter arbeitet die Balancierung unzuverlässig |
| Schutzart IP54 | spritzwassergeschützt, nicht regentauglich |
Schutzausrüstung
Der Sturz vom Hoverboard geht typischerweise nach hinten, weil die Balance beim Bremsen kippt. Helm ist deshalb keine Formalie. Dazu Handgelenkschoner, weil man reflexhaft die Hände aufsetzt. Knie- und Ellbogenschutz sind für Kinder sinnvoll.
Für welches Alter?
Die meisten Hersteller geben ab acht Jahren an. Entscheidend ist weniger das Alter als das Gewicht: Unterhalb der Mindestlast reagiert die Sensorik träge, was das Fahren schwerer statt leichter macht. Ein Kind sollte außerdem sicher genug stehen, um kontrolliert abzusteigen.
Fazit vor dem Kauf
Drei Fragen in dieser Reihenfolge: Gibt es eine legale Fläche zum Fahren? Ist der Akku nachvollziehbar geprüft? Passt Gewicht und Standfestigkeit zum künftigen Nutzer? Erst danach lohnt der Vergleich einzelner Modelle. Wer die erste Frage mit Nein beantwortet, sollte über ein anderes Geschenk nachdenken.