Würfelspiele: die besten Brettspiele mit Würfeln
Würfeln heißt nicht Glücksspiel. Es kommt darauf an, was man mit dem Ergebnis machen darf.
Evils-Toy-Redaktion
Würfelspiele haben den Ruf, reine Glückssache zu sein. Das stimmt für einen Teil von ihnen. Der interessantere Teil funktioniert anders: Dort würfelt man zuerst und entscheidet danach, was man mit dem Ergebnis anfängt. Diese eine Umkehrung macht aus Zufall eine Aufgabe.
Drei Bauarten
- Reines Glück. Gewürfelt wird, gezogen wird, fertig. Mensch ärgere dich nicht gehört hierher.
- Würfeln und auswählen. Man würfelt mehrfach und darf Würfel behalten oder neu werfen. Kniffel ist das Standardbeispiel.
- Würfel als Ressource. Das Ergebnis bestimmt nicht den Zug, sondern was für Aktionen zur Verfügung stehen.
Der Klassiker
Kniffel braucht nur Würfel und einen Block und ist damit überall spielbar. Die eigentliche Entscheidung ist nicht der Wurf, sondern was man streicht: Wer die Große Straße zu lange offen hält, verliert Punkte an anderer Stelle. Es funktioniert von acht bis achtzig und ist eines der wenigen Spiele, die wirklich jeder kennt.
Wizard Würfelspiel überträgt das Stichprinzip auf Würfel, indem man vorher ansagt, wie viele Stiche man holt.
Ankreuzspiele
Eine eigene Gruppe arbeitet mit Blöcken, auf denen alle gleichzeitig ankreuzen. Der Vorteil: keine Wartezeit, auch mit sechs Personen.
Noch mal! lässt alle dieselben Würfel nutzen und Felder auf einem eigenen Raster ausmalen. Eine Partie dauert zwanzig Minuten.
Qwixx ist noch schneller und funktioniert mit beliebig vielen Leuten.
Mit Thema
Heckmeck (auch als Heckmeck am Bratwurmeck bekannt) lässt Hühner um Würmer würfeln und arbeitet mit einer riskanten Push-your-luck-Mechanik: Wer zu gierig ist, verliert das schon Gesammelte.
Tiefseeabenteuer setzt dasselbe Prinzip unter Wasser um. Alle teilen sich einen Luftvorrat, und wer zu lange taucht, reißt die anderen mit. Es dauert zwanzig Minuten und erzeugt mehr Spannung als viele lange Spiele.
Calavera, Lama Dice und Rock the Bock gehören in dieselbe Familie: kurz, riskant, sofort wiederholbar.
Sebastian Fitzek Safehouse ist die Würfelvariante eines Thrillerspiels und lebt vom Thema.
Würfel als Ressource
Die Burgen von Burgund würfelt zu Beginn jeder Runde und lässt einen dann entscheiden, welches Plättchen man damit nimmt. Der Zufall bestimmt die Auswahl, nicht das Ergebnis.
Troyes und Marco Polo gehen ähnlich vor und gehören zu den Eurogames.
Kurzübersicht
| Spiel | Personen | Dauer | Entscheidungsanteil |
|---|---|---|---|
| Kniffel | 1-8 | 30 Min. | mittel |
| Qwixx | 2-5 | 15 Min. | mittel |
| Noch mal! | 1-6 | 20 Min. | mittel |
| Heckmeck | 2-7 | 20 Min. | hoch |
| Tiefseeabenteuer | 2-6 | 20 Min. | hoch |
| Die Burgen von Burgund | 2-4 | 90 Min. | sehr hoch |
Warum sie unterschätzt werden
Würfelspiele passen in jede Situation, in der ein großes Brettspiel scheitert: wenig Platz, wenig Zeit, wechselnde Besetzung, unterschiedliche Altersgruppen. Für Reisen, Wartezeiten und spontane Runden sind sie fast immer die praktischste Wahl. Weitere Titel dieser Art stehen bei den zeitlosen Klassikern.