Solo-Brettspiele: die besten Spiele für eine Person
Vom Zehn-Minuten-Kartenspiel bis zur Kampagne über Monate, alles ohne Mitspieler.
Evils-Toy-Redaktion
Ein Solo-Modus ist nicht automatisch ein gutes Solospiel. Viele Titel bekommen ihn nachgereicht, damit ein Punkt mehr auf der Schachtel steht. Der Unterschied zeigt sich an einer Frage: Gibt es einen Gegner, der auf mein Spiel reagiert, oder rechne ich nur gegen eine Zielpunktzahl?
Drei Bauweisen für den Gegner
- Punktziel. Man spielt gegen eine Tabelle: 90 Punkte gelten als gut, 120 als sehr gut. Funktioniert, wird aber ohne Ehrgeiz schnell fad.
- Automa oder Bot-Deck. Ein Kartenstapel steuert einen simulierten Gegner, der Ressourcen wegnimmt und Felder besetzt. Das erzeugt echten Druck.
- Kooperatives Spiel allein gespielt. Wer alle Rollen selbst übernimmt, braucht keine Anpassung. Deshalb sind kooperative Titel die zuverlässigsten Solospiele.
Klein anfangen
Onirim ist ein Kartenspiel für die Schublade: Man sucht Türen in einem Traumlabyrinth, bevor der Nachziehstapel leer ist. Eine Partie dauert etwa fünfzehn Minuten, das Material passt in eine Hand.
Freitag stammt vom selben Autor wie Friedrich und schickt einen auf Robinsons Insel. Der Kniff: Das eigene Kartendeck ist zu Beginn absichtlich schlecht und wird durch Ausmisten besser. Wer Deck-Building mag, findet hier die kompakteste Solo-Variante des Prinzips.
Der Unterhändler wird oft in einem Atemzug genannt und arbeitet ebenfalls mit einem kleinen Kartensatz und harten Entscheidungen.
Mittlere Brocken
Terraforming Mars hat einen soliden Solo-Modus mit festem Rundenlimit: Der Mars muss innerhalb von vierzehn Generationen bewohnbar sein. Der Reiz liegt darin, dass man alle Karten sieht und trotzdem selten alles schafft.
Scythe nutzt einen Automa, der über ein eigenes Kartendeck agiert. Er spielt nicht nach denselben Regeln, verhält sich aber so, dass er Gebiete besetzt und Tempo macht.
Spirit Island funktioniert solo besonders gut, weil man mit zwei Geistern gleichzeitig spielen kann und damit die Kombinationen erlebt, die das Spiel ausmachen.
Robinson Crusoe ist der härteste Titel dieser Gruppe. Das Spiel gilt auch solo als sehr schwer, und Niederlagen sind der Normalfall, nicht die Ausnahme.
Kampagnen für viele Abende
Mage Knight ist der Klassiker unter den anspruchsvollen Solospielen. Eine Partie kann zwei bis drei Stunden dauern, das Regelwerk ist umfangreich, und der Reiz liegt im Optimieren einer einzelnen Zugkette.
Gloomhaven und Arkham Horror: Das Kartenspiel sind Kampagnen, die über Wochen laufen. Bei Arkham Horror baut man zwischen den Szenarien das eigene Deck weiter aus, bei Gloomhaven entwickelt sich der Charakter über viele Abende. Beide brauchen Stellfläche und die Bereitschaft, den Tisch nicht jedes Mal abzuräumen.
Woran du einen guten Solo-Modus erkennst
| Signal | Bedeutung |
|---|---|
| Eigenes Bot-Deck im Lieferumfang | Der Gegner reagiert, statt nur zu zählen |
| Solo-Regeln stehen in der Hauptanleitung | Von Anfang an mitgedacht |
| Es gibt Schwierigkeitsstufen | Bleibt über viele Partien interessant |
| Nur eine Punktetabelle im Anhang | Meist nachgereicht |
Platz und Aufbauzeit
Der praktische Faktor wird oft unterschätzt. Wer solo spielt, baut allein auf und räumt allein ab. Ein Spiel mit zwanzig Minuten Aufbauzeit kommt seltener auf den Tisch als eines, das in zwei Minuten steht. Für unter der Woche lohnt deshalb fast immer ein kleiner Titel, für das Wochenende der große.
Wer doch zu zweit spielt, findet passende Titel bei den Zwei-Personen-Spielen.